Haus zur Wildnis im Nationalpark Bayerischer Wald

von Charnette
6 Kommentare

Wir lieben unsere Heimat und das Land in dem wir wohnen, nur haben wir es bisher viel zu wenig bereist. Eines unserer Ziele in den nächsten Jahren ist, die 16 Nationalparks in Deutschland zu besuchen. Letzten Sommer haben wir damit gestartet und waren in Regen auf dem Volksmusikfest „drumherum“ und im Haus zur Wildnis im Bayerischen Wald.

Drumherum – Das Volksmusikspektakel in Regen

Wie, du hast noch nichts vom drumherum gehört? Keine Sorge, wir auch nicht. Und das obwohl wir schon jahrzehntelang in einer Blaskapelle, bei uns „Musikverein“ genannt, aktiv tätig waren und sind. Musik verbindet und wer aus dem Süden Deutschlands kommt, dem sind Volksmusik, Märsche und Polkas ein Begriff. Darum haben wir auch nicht lange überlegt, als wir von Regina von dastoa.com erfahren haben, dass zufälligerweise gerade als wir einen Wohnwagen gemietet hatten, das drumherum stattfand. Im Nu war unsere Reiseroute geändert und so kam die Stadt Regen, das drumherum und der Nationalpark Bayerischer Wald mit auf unsere Liste. Mehrere Fliegen mit einer Klappe sozusagen. Aber jetzt wieder zurück zum drumherum.

Menschen beim drumherum in Regen

Volksmusik verbindet auf dem drumherum in Regen

Was genau ist das denn jetzt nun? Das drumherum begann als Treffpunkt für Musikanten und Sänger aus dem volksmusikalischen Bereich und ist inzwischen zu einem fünftägigen Volksmusikspektakel herangewachsen. Hier ist jeder willkommen, der traditionelle Volksmusik macht oder gerne zuhört, wenn andere musizieren. Und das tut es! Es musiziert an jeder Ecke und hinter jedem Busch und es macht tierisch viel Spaß und natürlich wird auch „drumherum“ viel geboten. Überall gibt es Stände mit regionalen Leckereien, zünftiger Brotzeit oder einer Currywurst und auch die Mass Bier darf in Bayern nicht fehlen. Wem Bier nicht schmeckt, der holt sich eben einen Cocktail, nur keine Sorge, hungrig oder durstig wird hier keiner gehen.

Kanufahrer auf dem Regen

Die Stadt Regen am Fluss Regen

Auf der Insel gibt es einen tollen Spielplatz, wo sich die Kinder austoben können, während sich die Erwachsenen in der Sonne der Volksmusik oder eine netten Unterhaltung hingeben können.

Toller Spielplatz auf der Insel in Regen

Toller Spielplatz auf der Insel in Regen

Besonders schön fanden wir auch den großen Handwerkermarkt. Hier gibt es alles, von Töpferware über Dirndl und Trachten, über Felle und Handwerkszeug, Regionales und Brauchtümliches, Altes und natürlich auch jede Menge Neues. Zum Abschluss haben wir noch eine Runde mit dem Zügle gedreht und so ein bisschen mehr noch von Regen gesehen. Alles in allem war es ein richtig tolles Wochenende und zudem konnten wir bei der Gelegenheit auch gleich noch Regina mit Familie kennen lernen.

Vier gewinnt beim drumherum, dem Volksmusikspektakel in Regen

Spiel und Spaß beim drumherum, dem Volksmusikspektakel in Regen

Campingplatz Regental Aktiv-Camping

Wir haben uns für den Campingplatz Regental Aktiv Camping entschieden und das war wirklich perfekt, denn der liegt ca. 10 Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt am Regen (die Stadt Regen liegt am Fluss Regen im Bayerischen Wald). Der Campingplatz liegt total idyllisch und durch den Fluss gibt es auch unzählige Freizeitaktivitäten, die direkt dort starten können.
Die Sanitäranlagen waren supersauber und uns ist auch sofort aufgefallen, dass sich ALLE immer freundlich gegrüßt haben (ich spreche das absichtlich an, da mir auffällt, dass unsere Gesellschaft dahingehend immer mehr verkümmert). Der Campingplatz war bis auf den letzten Platz ausgebucht (eben wegen des Volksfestes) und da sprechen saubere Sanitäranlagen umso mehr für das Team!
Der Brötchenservice war ebenfalls perfekt und wir haben ihn gerne in Anspruch genommen.

Regen am Regen

Regen am Regen

Besucherzentrum Haus zur Wildnis im Nationalpark Bayerischer Wald

Bevor wir uns auf den Weg nach Thüringen, in den Nationalpark Hainich machten, haben wir dem Nationalparkzentrum Falkenstein einen Besuch abgestattet. Auf dem zweieinhalb Kilometer langen Rundwanderweg (der übrigens auch Kinderwagen geeignet ist) um das Tier-Freigelände sind wir als erstes an der Steinzeithöhle vorbeigekommen.

Im Inneren der Höhle wurde auf einer Kunstfelsenkulisse das Bildfeld der Auerochsen (Urrinder) und Wildpferde (Przewalski-Pferde) aus der berühmten „Grotte Chauvet“ in Südfrankreich rekonstruiert. Auch für Kinder ganz interessant umgesetzt illustrieren Schautafeln und 3D-Animationen den Wandel von Klima, Tierwelt und Landschaft der letzten Eiszeit und zeigen, wie die damaligen Menschen durch Änderungen ihrer Jagdtechniken auf die neuen Lebensbedingungen reagierten.

Dem Wanderweg weiter folgend kamen wir auf die Freifläche für die Auerochsen und Przewalski-Pferde (Wildpferde) die in der Vergangenheit auch bei uns gelebt haben.

Auf dem Weg Richtung Wolfsgehege erfahren wir von anderen Wandern, dass die Wölfe an den Zaun gekommen seien, weil andere Besucher mit ihren Huskies vorbei gelaufen seien, was die Wölfe neugierig machte. Aber leider half alles Rennen nichts, denn bis wir oben ankamen, waren die Wölfe längst wieder verschwunden. Auch der Blick über das Wolfsgehege vom Aussichtsturm aus, brachte keinen Erfolg. Vielleicht beim nächsten Mal.

Von ganz oben konnten wir einen einzigartigen Ausblick über die weitläufige Waldlandschaft zwischen Arber und Großem Falkenstein genießen.

Auf einem überdachten Steg führt der Rundwanderweg weiter zum Luchsgelände. Da dieser aber nachtaktiv ist, standen unsere Chancen schlecht, ihn zu Gesicht zu bekommen. Wir haben das Gelände natürlich trotzdem intensiv abgesucht.

Das Haus zur Wildnis hat das Thema Wildnis (daher ja auch der Name) als Schwerpunkt. Wir erfahren aber auch viel Wissenswertes über die Nationalparks Bayerischer Wald und Sumava. Das Besucherzentrum ist toll gestaltet und hat viele kindgerechte Bereich integriert. Im Spielraum können selbst die Kleinsten immer wieder Neues zum Thema Wildnis entdecken und im Wurzelgang erleben sie eine Reise durch das Erdreich mit vielen interessanten Informationen zum Bayerischen Wald.

Das Haus zur Wildnis im Nationalpark Bayerischer Wald

Das Haus zur Wildnis im Nationalpark Bayerischer Wald

Zahlen und Fakten zum Nationalpark Bayerischer Wald

Wer sich für ein paar Zahlen und Fakten zum Bayerischen Wald interessiert, dem haben wir nachfolgend ein paar Daten zusammengeschrieben.

Der Älteste Nationalpark Deutschlands
Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde 1970 als erster deutscher Nationalpark gegründet und ist somit der Älteste in Deutschland. Er hat eine Größe von 243 km² mit 320 km gut beschilderten Wanderwegen und 170 km Langlaufloipen. Zusammen mit dem benachbarten Böhmerwald (Nationalpark Sumava, Tschechien) bildet er mit 900 km² die größte zusammenhängende Waldfläche Mitteleuropas. Drei hohe Gipfel lassen die Herzen der Wanderer höher schlagen: der Große Falkenstein (1315 m), der Lusen (1373 m) und der Große Rachel (1453 m). Aber auch die Hochmoore mit den Moorseen, wie der Latschensee, die Hochweiden und Hochwälder machen aus dem Nationalpark ein Paradies für Naturliebhaber, Wanderer und Urlauber.
Flora und Fauna
Das Besondere am Nationalpark Bayerischer Wald ist die Artenvielfalt, die erhalten, bzw. wieder angesiedelt werden konnte. Seltene Arten wie Luchs, Wildkatze, Biber, Fischotter und diverse Fledermausarten zählen inzwischen wieder zu den typischen Bewohnern des Nationalparks. Rothirsche und sogar Elche aus Tschechien sind ebenfalls anzutreffen. (Zwei Drittel der Rothirsche müssen während der Winterzeit im Gehege gehalten werden, um die Verbissschäden am Bergwald unter Kontrolle zu halten). Braunbären kommen freilebend nicht vor, dafür ist 2016 ein frei lebendes Wolfspaar eingewandert und hat 2017 Junge bekommen. Es leben viele seltene Vogelarten wie das Auerhuhn, das Haselhuhn, der Wanderfalke, der Wespenbussard, der Schwarzstorch und der Sperlingskauz im Nationalpark. Unter den 1800 Käfer-Arten, die bisher nachgewiesen wurden, befinden sich 14 Urwaldreliktarten, die nur in naturnahen und totholzreichen Wäldern vorkommen. Durch die unterschiedlichen Höhenlagen im Nationalpark, kann die Vegetation in verschiedene Zonen eingeteilt werden:

  • Hochlagen
  • Hanglagen
  • Tallagen
  • Schluchtwälder
  • Hochmoore

Die Arten der Kraut- und Strauchschichten sind unglaublich vielfältig. Bei den Baumarten überwiegt der Bestand der Fichte, vor Buche und anderen Laubbaumarten. Die Tanne ist nur wenig vertreten. Vom aussterben bedrohte Pflanzenarten wie Pannonischer Enzian, Blauer Tarant, Grünes Koboldmoos und Grünes Besenmoos sind ebenfalls im Nationalpark zu finden.

Lage
Der Nationalpark liegt im Osten Bayerns in den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau an der Grenze zu Tschechien. Die angrenzenden Gemeinden sind Bayerisch Eisenstein, Frauenau, Hohenau, Lindberg, Mauth, Neuschönau, Sankt Oswald-Riedlhütte, Spiegelau und Zwiesel. Einige Gebiete des Nationalparks sind gemeindefrei.
Verhaltenskodex (nicht nur im Nationalpark)
  • Markierte Wege dürfen in den Kerngebieten nicht verlassen werden! (Warum? Ganz einfach, weil die Menschen nach dir auch noch was von den Blumen, Pflanzen und Tieren sehen wollen. Zertrampelte Natur ist nicht nur auf Fotos hässlich).
  • Tiere und Pflanzen dürfen dem Nationalpark nicht entnommen werden. (Auch kein Moos für die weihnachtliche Dekoration, denn im Nationalpark wachsen zwei, vom aussterben bedrohte Moosarten).
  • Es ist verboten, Hunde frei laufen zu lassen. (Leider geht der Bestand des Auerhuhns immer noch stetig zurück. Man vermutet, dass die Vögel sich durch die Hunde der Touristen stark gestört fühlen).
  • Zelten und offenes Feuer sind nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt. (Eigentlich selbsterklärend. Nicht auszudenken, was ein Waldbrand anrichten würde).
  • Lärmen, Schreien und laute Musik sind verboten. (Warum? Ganz einfach, weil wir nur zu Besuch sind. Zu Besuch in einem Refugium für geschützte, aber wilde Tiere).
  • Die meisten Straßen sind im Sommer gesperrt. Rad fahren ist nur auf dafür freigegebenen Wegen zugelassen.
  • Und wie immer: Nimm deinen Müll bitte wieder mit! Und vor allem: Wirf nichts weg!

Weitere Ausflugsmöglichkeiten im und um den Bayerischen Wald

Wer gerne ein paar Tage zum Wandern in den Bayerischen Wald gehen möchte, der kann mal bei Sabine von ferngeweht vorbeischauen. Sie hat gleich drei tolle Wanderungen im Bayerischen Wald ausprobiert und auf ihrem Blog davon berichtet.

Lena von family4travel war mit ihrer Familie für 3 Tage im Bayerischen Wald und hat 6 kleine Familien-Abenteuer zusammengetragen. Unter Anderem waren sie  im Tier-Freigelände am Lusen, am Hans-Eisenmann-Haus, beim Glasblasen für Anfänger, in den unterirdischen Gängen von Zwiesel, im Waldmuseum und auf dem Amphibienpfad Langdorf. Hört sich richtig spannend an, oder?

Bisher haben wir hier nur von Ausflügen im Sommer gesprochen, aber was ist mit dem Winter? Richtig, im Winter ist der Bayerische Wald besonders schön, vor allem auch, wenn man eine Allergie gegen Silvesterkrach hat und total auf Schnee steht, wie Angela und ihr Sohn von unterwegsmitkind. In ihrem Beitrag Winterspaß im Nationalpark Bayerischer Wald: Silvester in der Jugendherberge Waldhäuser schreibt sie von ihren Erlebnissen und die waren wirklich eindrucksvoll.

Buchempfehlung

Wenn dir unsere Idee gefällt, alle Nationalparks Deutschlands zu besuchen, dann können wir dir diesen Reiseführer empfehlen:

 

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6 Kommentare

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6 Kommentare

Victoria 22. September 2019 - 21:00

Der Bayerische Wald wartet hier auch noch auf Erkundung 🙂
Informativer Beitrag, Danke!

Reply
Charnette 23. September 2019 - 11:11

Freut mich, dass dir der Beitrag gefällt liebe Victoria.
Grüße
Charnette

Reply
Angela 23. September 2019 - 12:44

Toller Beitrag, Charnette! Jetzt habe ich endlich mal eine Idee, wie der Bayerische Wald im Sommer sein kann. Auf die Blasmusik könnte ich wohl verzichten, aber den Campingplatz-Tipp werde ich mir merken.
Liebe Grüße und danke fürs Verlinken!
Angela

Reply
Charnette 30. Oktober 2019 - 7:22

Liebe Gela,
Blasmusik hört sich im ersten Moment negativ an, aber es ist richtig toll, traditionell und ich glaube einmal hält man das auch aus. Es gibt ja nicht nur Musik…
Danke dir, für deinen tollen, weiterführenden Link!
Grüße
Charnette

Reply
Birgitta Kuhn 30. Oktober 2019 - 7:16

Tolle Bilder! Vielen Dank liebe Charnette. Kommt gerade richtig dein Beitrag. Ich war letzte Woche das erste Mal in München, leider nur 2 Tage und daraufhin haben wir für nächstes Jahr fest eine Woche Bayern eingeplant!

Reply
Charnette 30. Oktober 2019 - 7:19

Das freut mich, dass dir der Beitrag gefällt liebe Birgitta. Der Bayerische Wald wird euch gefallen. Und wenn ihr Traditionelles mögt, nächstes Pfingsten findet wieder das Drumherum statt. 😉

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